Megatrend Individualisierung – ein Thema dem wir uns stellen müssen

Der Megatrend Individualisierung ist durch eine umfassende Ausdifferenzierung von Dienstleitungen und Produkten, Weltanschauungen und Lebenskonzepten kennzeichnet. Er bestimmt unser Leben zunehmend und verändert die Arbeitswelt tiefgreifend und nachhaltig. Die Individualisierung schafft neue Möglichkeiten und Freiheiten, verlangt aber mehr Flexibilität und Risikobereitschaft.

Sicher geglaubte Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben verschwimmen. Netzwerke von Experten komplettieren oder ersetzten sogar „klassische Angestelltenstrukturen“. Ort und Zeit der Leistungserbringung werden durch die fortschreitende Digitalisierung zunehmend flexibilisiert.

Die Individualisierung hält gerade für mittelständische Unternehmen große Chancen bereit, da sie agiler agieren können als Großkonzerne oder staatliche Organisationen. Hierfür ist jedoch meist ein umfassendes „Neudenken“ bisheriger Arbeits- und Freizeitmodelle notwendig.

In einem Workshop mit dem Thema: Megatrend Individualisierung - „Wie wir in Zukunft arbeiten werden“, haben am 13. November 2017, auf Einladung der IHK-Darmstadt, Vertreter mittelständischer Unternehmen unter der Moderation von Dr. Andreas Rauh und der MIM Deutschland GmbH in den Räumen der IHK über die Chancen und Risiken der Individualisierung der Arbeitswelt diskutiert und ihre Erfahrungen ausgetauscht.

Wesentliche Ergebnisse des Workshops waren:

  1. Es besteht ein Trend hin zu KPI („Key Performance Indicator“)-basierten Leistungsmodellen. Nicht Anwesenheit oder Arbeitszeit ist entscheidend, sondern das erbrachte Ergebnis. KPI-affine Menschen haben hier einen Vorteil.

  2. Rein virtuelle Firmen können meist jedoch nur ungenügend eine adäquate Firmenkultur herstellen. 60% - 70% Präsens versus 40% - 30% „Homeoffice“ wurde als goldener Schnitt, zumindest bei IT-fokussierten Dienstleistern, diskutiert.

  3. Junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bringen deutlich mehr individualisierte Medienkompetenz mit als ältere Mitarbeiter und sind flexiblen Modellen gegenüber sehr aufgeschlossen, ja sie fordern sie ein.

  4. Ältere Mitarbeiter scheinen komplexere Problemstellungen jedoch besser zu bewältigen. Es wurde der Satz geprägt: „Die Komplexität wächst, aber die Fähigkeit mit Komplexität umzugehen, sinkt.“ In diesem Zusammenhang wurde das „Streamlining“ der Bildungslandschaft kritisiert. Schnellere Ausbildungsgänge vermitteln eine schmalere Wissensbasis und behindern die Fähigkeit komplexe Sachverhalte zu durchdringen.

  5. Flexiblere gesetzliche Rahmenbedingungen sind notwendig, um nicht die substantiellen Wertschöpfungspotentiale der Individualisierung zu „verschlafen“.

Von den Teilnehmern wurde angeregt einen regelmäßigen Workshop zu Megatrends durchzuführen, da das Thema viele Mittelständler umtreibt, der Austausch zwischen mittelständischen Unternehmen im Tagesgeschäft aber oft zu kurz kommt.

Andreas Rauh zu Gutachter bei der EIT Health Initiative berufen.

Der MIM-Partner und Inhaber von panthaleon Strategy Management Andreas Rauh ist ab dem September 2016 zum Gutachter der EIT Health Initiative berufen worden.

Die EIT Health Initiative ist eine europäische Initiative die zu den größten Healthcare Initiativen weltweit gehört.

Das Ziel der Initiative ist die Sicherung der Zukunftskonditionen für ein gesünderes Leben und Umfeld der europäischen Bevölkerung durch Unterstützung von Innovations- und Entwicklungsprojekten. Dabei macht sich EIT Health die Expertise von 130 führenden Organisationen zu nutze in den Bereichen Pharma, Med Tech, Universitäten und Forschungsinstituten.

Mit einem Budget von 2 Milliarden EUR in der nächsten Dekade sollen Talente gefördert werden um aus Ideen kommerziell nutzbare Produkte zu entwickeln und zu vermarkten.